Lehre

Wintersemester 2022/23

 

Vorlesungen

 

Stadtgeschichte der Frühen Neuzeit

   
Termin

Beginn: 20.10.2022

Do., 10-12 Uhr c.t.
Raum: Paulussaal/Pauluskirche

 

Für den Erwerb einer Studienleistung ist zwingend eine Anmeldung zur Veranstaltung auf HisInOne erforderlich.

Kommentar

 

Die Vorlesung gibt einen Überblick zur Geschichte der frühneuzeitlichen Städte in einer europäischen und globalen Perspektive (ca. 1500-1800). Klassische Themen der Stadtgeschichte (Typologien, Urbanisierung, Rechts- und Verfassungsgeschichte, Sozialgeschichte und Geschichte des Bürgertums, Wirtschaftsgeschichte) stehen dabei ebenso auf der Agenda wie neuere Ansätze, die z.B. symbolische Kommunikation, Geschlechterverhältnisse, Öffentlichkeit, Medialität, Materialität oder Konsumkulturen akzentuieren. Strukturelle Zugriffe werden ergänzt durch mikrohistorische Annäherungen an städtische Lebenswelten. Wichtig ist dabei zum einen die europäisch-vergleichende Perspektive, die neben den deutschen Reichs- oder Residenzstädten auch Großstädte wie London, Amsterdam, Paris, Neapel, Lissabon oder Istanbul fokussiert. Zum anderen wird auch nach der Spezifik der europäischen Städte gefragt, indem diese mit anderen Formen von Urbanität in globaler Hinsicht verglichen werden. Da die Vorlesung sehr breit angelegt ist, kann sie auch als allgemeine Einführung in die Geschichte der Neuzeit besucht werden.

Literatur

U. Rosseaux: Städte in der Frühen Neuzeit, Darmstadt, 2006; C.R. Friedrich: The Early Modern City 1450-1750, London 2014; H. Schilling / S. Ehrenpreis: Die Stadt in der Frühen Neuzeit (EDG, Bd. 24) Berlin/Boston 2015; A. Krischer: Stadtgeschichte (Basistexte Frühe Neuzeit, Bd. 4) Stuttgart 2017.

Hauptseminare

 

Theorien der Stadt. Vom Städtelob zur Stadtsoziologie

 
 

Termin

Beginn: 18.10.2022

Di., 16-18 Uhr c.t.
Raum: Breisacher Tor/R 107

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 31.03.2023.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 06. – 10.02.2023.

Kommentar
 
 
 
 
 
 

Das Seminar wird in exemplarischer Weise gelehrte und soziologische Reflexionen neuzeitlicher Städte in den Blick nehmen. Insofern geht es nicht nur um Theorien der Stadt, die für die historische Forschung einen Erkenntnisgewinn liefern können, sondern auch um die Genealogie und die Geschichte dieser Theorien. Schon in der Antike wurden Städte als distinkte Lebenswelten reflektiert. Daran knüpften Humanisten und andere Gelehrte am Beginn der Frühen Neuzeit an, wenn sie die europäischen Städte als Orte von Kreativität und Zivilisation lobten – nicht nur im Text, sondern auch im Bild. Für die Aufklärer des 18. Jahrhunderts dagegen sahen viele dieser Städte bloß alt aus; nur wenige Städte wie London, Paris oder Berlin qualifizierten sich in ihren Augen als Schauplätze der Aufklärung. Ihr Urteil beruhte vielfach auf Reiseerfahrungen und bereitete einer empirischen Betrachtung des Urbanen den Boden. Soziologen wie Georg Simmel, Max Weber oder Vertreter:innen aktueller raumtheoretischer Konzepte fragen nicht mehr nach guten oder schlechten Städten, sondern nach urbanen Eigenlogiken, Praktiken und Performanzen oder spezifischen Formen der Vergesellschaftung in einer und durch eine Stadt. Was lässt sich daraus wiederum für die Untersuchung historischer Städte fruchtbar machen?

Der Besuch der Vorlesung „Stadtgeschichte der Frühen Neuzeit“ sowie des Kolloquiums „Neue Stadtgeschichte der Frühen Neuzeit“ wird empfohlen.

Literatur

Erste Literaturhinweise: W. Behringer/ B. Roeck (Hg.): Das Bild der Stadt in der Neuzeit. 1400–1800, München 1999; K. Arnold: Städtelob und Stadtbeschreibung im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit; in: P. Johanek (Hg.): Städtische Geschichtsschreibung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, Köln 2000, S. 258-264; M. Löw: Soziologie der Städte, Frankfurt a.M. 2008; D. Schott: Stadt in der Geschichtswissenschaft, in: H.A. Mieg/C. Heyl (Hg.): Stadt. Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart 2013, S. 120-147; C. Hannemann: Stadtsoziologie, in: ebd., S. 64-86; A.O. Sundsbø: Die Stadt als sozialer Raum. Georg Simmel und die heutige Stadtsoziologie, in: Georg Simmel, neu gelesen. Ein Themenschwerpunkt zum 100. Todestag (Soziopolis 2018), URL: https://www.soziopolis.de/die-stadt-als-sozialer-raum/dossier-georg-simmel.html.

 

Städtische Lebenswelten im Spiegel von Bittschriften. Frankfurt am Main im 17. und 18. Jahrhundert

   
Termin

Beginn: 18.10.2022

Di., 10-12 Uhr c.t.
Raum: Kollegiengebäude IV/HS 4429

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 31.03.2023.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 06. – 10.02.2023.

Kommentar

Bittschriften bzw. Suppliken werden der historischen Frühneuzeitforschung vor allem als Kommunikationskanäle zwischen einfachen Untertanen und Herrschaftsträgern untersucht. Die Aufmerksamkeit gilt der sprachlichen Gestaltung der Bittschriften – wie musste man z.B. formulieren, um mit seinem Anliegen Erfolg zu haben? – oder ihrer Funktion im Rahmen von rechtlichen Verfahren im günstigsten Fall konnte man mit einer Supplik doch noch den Kopf aus der Schlinge ziehen. Bei diesem wichtigen funktionsorientierten Blick auf Bittschriften ist allerdings ein wenig aus dem Blick geraten, dass diese Texte auch wichtige Einsichten in schriftlich sonst nicht dokumentierte Lebenswelten vermitteln. Auch wenn Suppliken rhetorische Strategien aufweisen und nicht einfach ‚Wirklichkeit‘ spiegeln, verweisen sie doch auf Anliegen und Lebenslagen einfacher Menschen, von denen sonst keine Quellen berichten. Mit dem Rüstzeug kulturgkulturgeschichtlicher Forschungen aus den letzten 20 Jahren lässt sich also mit Bittschriften nach alltäglichen Lebenswelten fragen. Dazu nutzen wir im Seminar Suppliken aus der Reichsstadt Frankfurt am Main für ausgewählte Zeiträume und Themen, u.a. Gnaden- und Entschuldigungsbitten, Stellenbewerbungen und Bitten von Gewerbetreibenden. Wir begnügen uns freilich nicht mit allerlei Einblicken, sondern fragen, wie mit diesen Quellen eine ‚neue‘ Alltagsgeschichte einer frühneuzeitlichen Stadt geschrieben werden kann, was dann in den Hausarbeiten erprobt werden soll. Nach einer gründlichen Einarbeitung in die Supplikenforschung und die Stadtgeschichte Frankfurts sollen diese Themen anhand von transkribierten Suppliken behandelt werden. Das Seminar setzt nicht nur die Bereitschaft zur eingehenden Lektüre der Forschungsliteratur voraus, sondern auch zur Beschäftigung mit der digitalen Erschließung von archivalischen Quellen, die bereitgestellt werden.

Der Besuch der Vorlesung „Stadtgeschichte der Frühen Neuzeit“ sowie des Kolloquiums „Neue Stadtgeschichte der Frühen Neuzeit“ wird empfohlen.

Literatur O. Ulbricht: Supplikationen als Ego-Dokumente. Bittschriften von Leibeigenen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Beispiel, in: W. Schulze (Hg.): Ego-Dokumente: Annäherung an den Menschen in der Geschichte, Berlin 1996, S. 149-174; J. Eibach: Frankfurter Verhöre. Städtische Lebenswelten und Kriminalität im 18. Jahrhundert. Paderborn 2003; C. Nubola u.a. (Hg.): Bittschriften und Gravamina: Petitionen, Gravamina und Suppliken in der frühen Neuzeit in Europa, Berlin 2005; U. Ludwig: Das Herz der Justitia. Gestaltungspotentiale territorialer Herrschaft in der Strafrechts- und Gnadenpraxis am Beispiel Kursachsens 1548-1648, Konstanz 2008; A. Würgler: Herrschaft und Protektion in Suppliken der Frühen Neuzeit, in: T. Haug/ N. Weber/ C. Windler (Hg.), Protegierte und Protektoren. Asymmetrische politische Beziehungen zwischen Partnerschaft und Dominanz (16. bis frühes 20. Jahrhundert), Köln u.a. 2016, S. 279-294; J.A. Schmidt-Funke/ M. Schnettger (Hg.): Neue Stadtgeschichte(n). Die Reichsstadt Frankfurt im Vergleich, Bielefeld 2018.

 

Seminar an der PH Freiburg: Der Dreißigjährige Krieg (Texte)

Programm und Zoomlink

 

 

Sommersemester 2022: hier

Zurückliegende Veranstaltungen (an der WWU Münster seit 2005)

WS 05/06:

Übung: Das Reich in der Frühen Neuzeit

SS 2006:

Übung: Kulturgeschichtliche Theorien für Historiker

WS 06/07:

Hauptseminar: (mit B. Stollberg-Rilinger): Gerichtsverfahren im Europa der Frühen Neuzeit

WS 07/08:

Übung: Was heißt Mikrogeschichte?

WS 09/10:

Hauptseminar: Macht und Herrschaft. Grundkategorien in der Europäischen Geschichte der Neuzeit

Übung: Die Politischen Sprachen im England des 17. Jahrhunderts.

SS 10:

Vorlesung: Reformation und Konfessionalisierung im Europa des 16. Jahrhundert

Hauptseminar: Verschwörungen und Verschwörungstheorien in der Frühen Neuzeit

Hauptseminar: Die Aufklärung in Europa

Kolloquium: Forschungskolloquium Frühe Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger und Michael Sikora)

WS 10/11:

Masterseminar: Absolute Monarchie oder Souveränität des Parlaments? Debatten über politische Macht in der frühen Stuart-Zeit

Kolloquium: Forschungskolloquium Frühe Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora, Dr. Matthias Pohlig und Silke Hensel)

SS 11:

Vorlesung: Kriege, Krisen und schlechte Vorzeichen: Europäische Geschichte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

Masterseminar im Theoriemodul: Was heißt Modernisierung?

Übung:

Forschungen über Großbritannien – Forschungen in Großbritannien; mit einer Exkursion nach London und Oxford.

Kolloquium: Forschungskolloquium Frühe Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

WS 11/12:

Hauptseminar: Vom Verräter zum Terroristen? Die Genealogie moderner politischer Delinquenz im 19. Jahrhundert: Großbritannien und das Empire

Masterseminar: Von der Alten Stadt zur Metropole: London und der Wandel des Urbanen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Kolloquium: Forschungskolloquium Frühe Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 12:

Hauptseminar: Das gelobte Land. Anglophilie im 18. Jahrhundert

Hauptseminar: Von der Sträflingskolonie zur multiethnischen Nation. Australien seit dem 18. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Kolloquium: Identitäten im britischen Commonwealth und den USA (zus. mit Heike Bungert)

WS 12/13:

Hauptseminar: Großbritannien und die Napoleonischen Kriege aus der Perspektive der „Neuen Militärgeschichte“

Vorlesung: Das Zeitalter der Aufklärung? Europäische Geschichte im 18. Jahrhundert

Kolloquium: Forschungskolloquium Frühe Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 13:

Hauptseminar: Die Anfänge der britischen Herrschaft in Indien (Blockseminar)

Masterseminar: Gewalt in den Bildkulturen der Frühen Neuzeit (Blockseminar)

WS 13/14:

Hauptseminar: Reisen als kulturelle Praxis im Zeitalter der Aufklärung

Hauptseminar: Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse. Kulturgeschichte eines Strukturwandels, ca. 1750-1850

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 14:

Hauptseminar: Die Todesstrafe in der Frühen Neuzeit. England und das Alte Reich im Vergleich

Übung: Einführung in die Grundpositionen der Kulturgeschichte (Frühe Neuzeit und Neuere Geschichte)

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

WS 14/15:

Vorlesung: Geschichte der Außenbeziehungen 1650-1800

Hauptseminar: Die Anschläge der IRA in Münster 1980 und 1989. Die Ergebnisse dieses Forschungsseminars können unter www.ira.historify.de eingesehen werden.

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 15:

Hauptseminar: Kriminalitätsgeschichte der Frühen Neuzeit

Übung: Paläographie der Frühen Neuzeit.

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

WS 15/16:

Hauptseminar: Die Wissenschaftliche Revolution in der Frühen Neuzeit

Masterseminar: Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 16:

Vorlesung: Geschichte des Britischen Empire (1600-1815)

Hauptseminar: Piraterie in der Frühen Neuzeit

Masterseminar: Entscheiden. Institutionelle, praxeologische und historische Perspektiven

Übung: Hieronymus Bosch und die Jenseitsvorstellungen am Vorabend der Reformation (mit Exkursion zur Ausstellung in ’s-Hertogenbosch)

WS 16/17:

Masterseminar: Konstruktionen des Martyriums. Von der Antike bis zur Gegenwart (zusammen mit Johannes Hahn und Michael Grünbart)

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 17:

Proseminar: Das Königtum in der Frühen Neuzeit

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

WS 17/18:

Vorlesung: Das Zeitalter der Aufklärung? Europäische Geschichte im 18. Jahrhundert

Masterseminar: Das zweite Entdeckungszeitalter im 18. Jahrhundert

Proseminar: Geistliche Staaten im Alten Reich

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (zusammen mit Barbara Stollberg-Rilinger, Michael Sikora und Matthias Pohlig)

SS 18:

Forschungsfreisemester

WS 18/19:

Proseminar: Der Dreißigjährige Krieg

SS 2019

Vorlesung: Europäische Stadtgeschichte der Frühen Neuzeit

Masterseminar:  Public History der Frühen Neuzeit: Ein projektorientiertes Seminar

Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit (mit Prof. Dr. Ulrike Ludwig und Prof. Dr. Michael Sikora)

WS 19/20(an der Goethe Universität Frankfurt am Main)

Proseminar: Die Reformation und das Alte Reich (1517-1555)

Übung: Paläographie der Frühen Neuzeit: Frankfurter Suppliken aus dem  16.-18. Jahrhundert: Montags, 16-18 Uhr

Seminar: Interkulturelle Diplomatie im 17. und 18. Jahrhundert: Dienstags, 14-16 Uhr

Kolloquium (gemeinsam mit Prof. Dr. B.Emich):  Aktuelle Forschungen zur  Geschichte der Frühen Neuzeit